A-Österreichs Winzerinnen

Zum altbackenen Wertbild mancher Männer gehört, dass edel der Wein und süss das Mädel zu sein hat. So klingt es jedenfalls in Zecherrunden. Dagegen ist von vornherein auch nichts einzuwenden, denn töricht wäre, wer sich mager den Wein und sauer die Frauen wünscht. Aber wie das halt oft so ist, wenn einem die Romantik den Sinn fürs Reale verkitscht: Der Mann steht dem Thema Frau & Wein mit ziemlichem Unverständnis gegenüber. «Weiber» hört man’s näseln selbst von jenen, die geschmacklich nie über einen kleinen Müller-Thurgau hinausgekommen sind, «Weiber verstehen nichts von Wein.» 

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Grüner Veltliner

Sie steht auf mehr als einem Drittel der Rebfläche Österreichs. Die klassische Traubensorte Grüner Veltliner. Sie entspricht dem heutigen Zeitgeschmack und erlebt eine Hochblüte.

 

Grüne Veltliner verfügen über ein ausgewogenes Verhältnis von Frucht, Säure und Alkohol. Sie verbinden Kraft mit Eleganz, Würze mit Rasse und sind von jener Spannung durchwoben, wie sie charakterstarken Gewächsen zu eigen ist. Lange Zeit wurde sie wie ein Dienstbote in feudaler Zeit behandelt: geringschätzig, von oben herab. Der Konsument hat im Veltliner zuallererst einen billigen Trunk gesehen. Entsprechend unsensibel gingen die meisten Winzer mit der Sorte um. Sie achteten nicht auf Klasse, sondern produzierten Masse. Die qualitative Bandbreite ist beim Grünen Veltliner auch heute noch gross und reicht von erbärmlich bis edel. Es gibt matte Gewächse neben netten, die sich bestens als Zech- und Jausenweine eignen. Man kann sie als Kapellenweine bezeichnen: sie bilden die breite Basis des Veltliner-Kegels.

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A-Langenlois Weingut Ludwig Ehn

Die Geschwister Ehn praktizieren in Langenlois naturnahen Weinbau. Produziert werden vorwiegend Weissweine. Herausragend ist die Qualität der Grünen Veltliner und der Rieslinge.

 

Das Weingut liegt in der Gemeinde Langenlois im niederösterreichischen Weinbaugebiet Kamptal. Michaela und Ludwig Ehn führen den Betrieb bereits in fünfter Familien-Generation. 1859 entschlossen sich Bäckermeister Johann Ehn und seine Frau Franziska Reben anzupflanzen und damit Weinbau zu betreiben. Seit 1996 ist Ludwig für die Vinifizierung verantwortlich. Sein Handwerk erlernte er in der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Sein unverwechselbarer Weinstil bringen äusserst extraktreiche, frisch-fruchtige Weine mit absoluter Sortenreinheit, Weine mit Charakter und Ausdruck zu Tage. Unterstützt wird er von seiner Schwester Michaela. Als diplomierte Sommeliére kommen ihr bei der Vermarktung und dem Vertrieb der Weine zu Gute.

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A-Strass Weingut Brigit Eichinger

«Grosse Weine entstehen im Kopf und im Herzen.» Als eine von wenigen Winzerinnen Österreichs hat sich Birgit Eichinger aus Strass (Kamptal) an die Spitze vorgearbeitet. Sie produziert vorwiegend Weissweine.

 

Birgit Eichinger liebt kraftvolle, charakterstarke, elegante Weine. Zudem sucht sie die Individualität. Weiterentwicklung nicht Stillstand, Individualität statt Mainstream sind ihr Credo. Als grösste Herausforderung sieht sie es daher, den Weinen ihre unverwechselbare Handschrift zu geben. Ihre Weine geniessen internationale Beachtung. Dieser Erfolg rührt unter anderem daher, dass sie es blendend versteht, den einzelnen Sorten die optimale Lage zuzuordnen. So entlockt sie den unterschiedlichen Terroirs im Strassertal äusserst facettenreiche, komplexe Weine. Das geschieht mit grosser Sorgfalt, modernster technischer Ausstattung und viel Geschick. Birgit Eichingers Weine tragen klar ihre Handschrift und die des Kamptals.

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A-Rust Weinbau Heidi Schröck

In der einfachen, eleganten Beschriftung der Etiketten von Heidi Schröck´s Weinen drückt sich das Selbstverständnis einer Frau, einer traditionsreichen Familie in der als selbstbewusst bekannten Weinstadt Rust aus.

 

Schröck-Weine, in den USA und Skandinavien als Kultweine gehandelt, stammen aus den besten Lagen der Stadt. Doch die Nachfrage kann bei weitem nicht befriedigt werden, denn die kosmopolitische Weinbäuerin verfolgt den von ihr eingeschlagenen Weg mit Konsequenz: Weniger (Wein) ist mehr (Qualität). Seit 1983 beschreitet sie diesen Weg und gehört damit zu den Visionären und Pionieren der zeitgenössischen österreichischen Weinszene. 

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A-Schützen Weingut Prieler

Die Rotweine aus dem Weinkeller Prieler gehören seit Jahren zu den besten, die in Österreich erzeugt werden. Der Blaufränkisch steht dabei im Mittelpunkt.

 

Rund 20 Hektaren Rebland wird von den Geschwistern Silvia und Georg Prieler im burgenländischen Schützen bewirtschaftet. 1972 waren es deren Eltern Irmgard und Engelbert, die den heutigen Weinbaubetrieb aufbauten. Zwar kann der Hof auf eine über 150- jährige Geschichte zurückblicken, doch die massgebende Entscheidung trafen sie anfangs der 70-Jahre. Sie reduzierten die Sortenvielfalt und investierten in zeitgemässe Kellertechnologie. Sehr früh fassten sie auch den damals mutigen Entschluss, bei der Arbeit im Weingarten Qualität über Ertrag zu stellen. Das Ergebnis war ein eigener Stil: tiefgründige Weine mit Lagerpotenzial, international in der Dimension, aber gleichzeitig sehr bodennah und dem Terroir verpflichtet. Noch immer ist Engelbert für die Pflege der Trauben im Weinberg zuständig, während Georg sich um die Arbeiten im Keller und Silvia als promovierte Mikrobiologin um Verkosten und Präsentieren der Weine kümmern. Schwester Michaela ist für die administrativen Arbeiten im Betrieb besorgt. Dass die Prielers heute einen der aufregendsten Pinot noirs Österreichs keltern, ist ein Ergebnis von Silvias Hartnäckigkeit. 

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A-Langenlois Weingut Michaela Jöbstl

Langenlois liegt im südöstlichen Waldviertel am unteren Ende des Kamptales und am Fusse des Manhartsberges. Mitten in dieser malerischen Gegend betreibt Michaela Jöbstl Weinbau. Sie führt einen traditionsreichen Betrieb, dessen Geschichte sich bis zu Kaiserzeiten zurückverfolgen lässt. Michaelas Vorfahren waren kaiserliche Hoflieferanten; mit dem Pferdewagen haben sie Weinfässer zur 1860 erbauten Kamptalbahn gebracht, um von dort aus den Kaiser mit dem Wein aus Langenlois zu versorgen. «Ich möchte die Tradition aufrechterhalten», sagt die ambitionierte Winzerin überzeugt. 

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A-Wilfersdorf Weingut Fürst Liechtenstein

Dem Fürstenhaus von Liechtenstein gehören seit 1436 die Güter von Wilfersdorf. Otto von Meyssau vererbte den Besitz damals seinem Neffen Christoph von Liechtenstein. Die 42 Hektar Rebanlagen in Österreich befinden sich im nördlichen Weinviertel, etwa 50 Kilometer entfernt von Wien. Die Hauptreblage Karlsberg und Johannisberg zählen zur Weinbaugemeinde Herrnbaumgarten. Das markante pannonische Klima prägt den Weinbau entscheidend. Sehr warme und trockene Sommer geben den Weinen Kraft und Ausdruck. Die Reben bilden Grundstock für den Ausbau der Selektionen, Barriqueweine, Cuvées und Editionen. Limitierte nummerierte Füllungen. 

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A-Unterloiben Weingut Emmerich Knoll

Als sein 1990 Riesling Loibenberg Smaragd von Kennern bei einer Weingala im New Yorker Plaza in höchsten Tönen gerühmt wird, faltet der Winzer Emmerich Knoll die knochigen Hände und sagt nur: «Ja, der ist gut.» Zu mehr lässt sich der Mann nicht hinreissen. Tatsächlich gehört der 90er mit dem betörenden Duft und dem vollen, zugleich elegant ziselierten Geschmack zu den weltbesten Rieslingen. 

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